Ersatz für alte Genossenschaftsbauten
Der Gemeinderat Winterthur befürwortet die vergrösserte Bauzone an der Unteren Vogelsangstrasse fast einstimmig. Doch die dortigen Püntiker haben das Referendum ergriffen.
«Was zählt hier mehr, der Mensch oder das Gemüse?», fragte Gemeinderat Christian Griesser (Grüne). Er bezog sich dabei auf die Pünten, die sich heute an guter Lage oberhalb der Unteren Vogelsangstrasse befinden. Dort, wo besser neue Wohnungen für Familien gebaut würden. Damit an dem Ort gebaut werden darf, müssen die Parzellen, auf denen die Pünten stehen, von einer Erholungszone in eine Bauzone umgewandelt werden. Es handelt sich um insgesamt rund 9000 Quadratmeter Land.
Das Vorhaben des Stadtrates wurde von allen Fraktionen unterstützt. Sämtliche Redner sahen darin eine gute Möglichkeit, um günstigen Wohnraum für Familien und Menschen mit tiefem Einkommen zu schaffen. Die Gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft (GWG) möchte an diesem Ort ein neues Projekt realisieren. Sie plant, ihre über 70-jährigen Häuser, die heute unmittelbar an der Strasse stehen, abzureissen und auf der vergrösserten Fläche eine neue Siedlung zu errichten. Redner aus unterschiedlichen Parteien erklärten, dass sie hier die Chance sähen, in Zentrumsnähe Wohnungen zu bauen, und so abgelegenere Orte zu schonen. «Bauen wir lieber hier als in Gotzenwil», meinte Nik Gugger (EVP).
Kritische Worte gab es allerdings zum geplanten Verkauf des Grundstückes. Silvio Stierli (SP) meinte beispielsweise, seine Partei würde es begrüssen, wenn das Land nur im Baurecht abgegeben würde. Stadträtin Pearl Pedergnana (SP) wies darauf hin, dass dies im vorliegenden Fall nicht sinnvoll sei, weil die GWG das Nebengrundstück besitze. Wenn die Stadt ihr Land behalte, so werde eine zusammenhängende Bebauung der beiden Landstücke «sehr kompliziert». In der Abstimmung votierten schliesslich bis auf zwei Vertreter, die sich der Stimme enthielten, alle für die Vorlage.
Das letzte Wort dürfte allerdings noch nicht gesprochen sein. Vertreterinnen und Vertreter der Püntiker haben bereits ein Referendum angekündigt. Sie wollen jetzt mit dem Sammeln der nötigen Unterschriften beginnen. Über das Gebiet war bereits in den 90er-Jahren einmal abgestimmt worden. Damals gelang es den Gegnern überraschend, eine Bebauung zu verhindern. (bee)










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