Als Verantwortliche im gemeinnützigen Wohnungsbau verwaltet ihr bedeutende Vermögenswerte und tragt zusätzlich eine grosse Verantwortung gegenüber den Mitgliedern, Bewohnenden und der Öffentlichkeit. Dabei ist das Umfeld in den vergangenen Jahren anspruchsvoller geworden – durch die Überhitzung des Wohnungsmarktes, eigene Neubauprojekte, anspruchsvolle Arealentwicklungen und einen steigenden Kommunikationsbedarf gegenüber verschiedensten Anspruchsgruppen. Und das alles leisten viele von euch nebenberuflich.
Der Anspruch an die gemeinnützige Branche ist dabei besonders hoch. Was wir tun, sollten wir gut machen, richtig gut, sozialverträglich und im Einklang mit den selbst auferlegten Regeln und Werten. Betrugsfälle – so selten sie auch vorkamen – sorgen medial für Aufmerksamkeit und vermitteln in der Öffentlichkeit ein gegenteiliges Bild. Sie überschatten die vielen herausragenden Leistungen der Branche zu Unrecht. Seit 2021 beschäftigt sich der Verband deswegen mit dem Thema Governance und lud am 16. März zum Dialog Betrugsprävention und -bekämpfung ein.
Dialog im März mit breiter Teilnahme und langer Vorarbeit
Teilgenommen haben eine Vielzahl an Mitgliedern, darunter auch solche, die in den letzten Jahren mit Betrugsfällen zu tun hatten. Ziel der Veranstaltung war es, den Austausch mit euch ganz gezielt zu führen, Erwartungen an den Verband abzuholen, nächste Schritte zu erarbeiten und gemeinsam zu priorisieren. Danke für euer Engagement und die wertvollen Impulse.
Wohnbaugenossenschaften Schweiz hatte im Jahr 2021 überarbeitete Governance-Leitsätze publiziert, deren Bedeutung durch negative Medienberichterstattungen im Jahr 2024 aktueller denn je wurden. Daraufhin haben wir in Zürich einen intensiven Dialog mit euch geführt und Massnahmen zur Verringerung des Risikos erarbeitet, um einen Reputationsschaden beispielsweise durch Betrugsfälle zu vermeiden. Durch eine umfassende Analyse eines externen Dienstleisters konnten Risiken in der gemeinnützigen Branche aufgezeigt und Handlungsempfehlungen abgeleitet werden. Die erarbeiteten Daten sind in einem Whitepaper festgehalten, welches die Basis für den Austausch im März lieferte.
Aufgabe der Teilnehmenden am Austauschformat im März war es, die im Whitepaper aufgezeigten Handlungsempfehlungen zu bewerten und uns damit einen Auftrag für die weitere Bearbeitung des Governance-Themas zu liefern. Ergebnis dieses Prozesses war ein relativ klares Votum für Minimalanforderungen als Grundlage, deren Umsetzung und Kontrolle allerdings bei euch Mitgliedern verbleiben soll. Ferner sollen Richtlinien für kritische Themen gelten, für Betrug und Korruption sogar klare Handlungsanweisungen. Mit eindeutiger Mehrheit hat sich die Teilnehmerrunde an der Veranstaltung dafür ausgesprochen, die bestehenden Instrumente weiterzuentwickeln. Wir nehmen das klare Votum auf und bringen an der Generalversammlung einen Antrag ein, der die Evaluation eines branchenweiten Hinweisgebersystems fordert. Daneben erarbeiten wir Leitfäden zum Thema Wohnungsvergabe und Betrugsprävention. Zudem wird das Thema Vorstandsvergütung priorisiert. Der Antrag und das Whitepaper zum Thema Governance – Betrugsprävention und -bekämpfung liegen den Unterlagen zur diesjährigen Generalversammlung bei.