Ersatzneubau ohne Leerkündigung: Besichtigung «Klosterbrühl» von Lägern Wohnen in Wettingen

Trotz starker Verdichtung entstanden grosszügige Quartier-Innenräume.

Die Gemeinnützige Bau- und Siedlungsgenossenschaft Lägern (Lägern Wohnen) ist mit über 1000 Wohnungen in 25 Siedlungen die grösste Wohnbaugenossenschaft im Kanton Aargau. Bereits vor über zehn Jahren wurden die Bewohnenden über das Ersatzneubau-Projekt für die Siedlung Klosterbrühl in Wettingen informiert und seither Vorkehrungen getroffen, dank denen für alle Betroffenen neue Wohnlösungen gefunden werden konnten. 2022 schliesslich genehmigte die Generalversammlung den Baukredit von rund CHF 105 Millionen Franken für den Ersatz von 127 Wohnungen aus den Baujahren 1948-55. An ihrer Stelle werden bis 2028 insgesamt 222 neue, zeitgemässe und zum Teil auch hindernisfreie Wohnungen errichtet.


Verdichtung fast im Massstab 1:2: Links ein Altbau, dahinter und rechts die neuen Gebäude

Am 12. Juni luden nun die Lägern Wohnen zusammen mit Wohnbaugenossenschaften Zürich zur Besichtigung der fertiggestellten 1. Etappe der neuen Siedlung ein. Rund 50 Interessierte, Verantwortliche bei gemeinnützigen Bauträgern aus der Umgebung, aber auch aus dem Zürcher Limmattal und der Stadt Zürich, folgten der Einladung.


Die Besichtigung war äusserst gut besucht.

Nur acht Minuten Fussmarsch vom Wettinger Bahnhof entfernt, entsteht ein Paradebeispiel gemeinnütziger Verdichtung – als Antwort auf den steigenden Siedlungsdruck aus den urbanen Zentren, aber auch auf die wachsende Standortattraktivität von Wettingen selbst.

Günstige Wohnungen – schnell vergeben
Auch wenn für diese Wohnungen keine Subventionen beantragt wurden, sind sie sehr günstig. Dies auch, weil Lägern Wohnen auf eigenem Land bauen kann, das schon lange in ihrem Besitz ist. So bewegen sich die Mieten für eine 4,5-Zimmerwohnung mit 89 bis 108 m2 zwischen CHF 1930 und 2310. Auch das Anteilscheinkapital für eine Wohnung dieser Grösse ist mit CHF 3000 erfreulich niedrig.

Entsprechend schnell waren die 104 Wohnungen der 1. Etappe vergeben. Dabei hatten die Genossenschaftsmitglieder, die aufgrund des Abbruchs ihre alten Wohnungen verlassen mussten, Vorrang. So war die Rochade für die Liegenschaftenbewirtschaftung, aber auch für die vom Abbruch Betroffenen eine spezielle Herausforderung. Es galt zunächst Ersatzwohnungen bereitzustellen – für die einen als Zwischenlösung, bevor sie in die neue Siedlung Klosterbrühl zurückkehren konnten und für die anderen, die in Wettingen und Umgebung ein neues Zuhause bezogen. Wie die Präsidentin von Lägern Wohnen versichert, wurde für alle Betroffenen eine zufriedenstellende Lösung gefunden. Dabei war es sicher von Vorteil, dass das ganze Projekt in Etappen realisiert wird.

Energetisch gut versorgt.
Lägern Wohnen ist dabei, die Energieversorgung ihrer Siedlungen nachhaltig zu verbessern. Im Zuge dessen entschied man sich beim Ersatzneubau Klosterbrühl bei der Heiz- und Warmwasserversorgung für eine Grundwasser-Wärmepumpe (inkl. Freecooling und Wärme-Regeneration im Sommer). Auch wurden sämtliche Häuser mit Photovoltaik-Anlagen ausgerüstet, die den Eigenbedarf an Strom möglichst decken sollen. Die neue Siedlung gilt als Auto-reduziert, stehen für die 222 Wohnparteien lediglich 127 Tiefgaragenplätze zur Verfügung, 30 davon mit einer E-Ladestation ausgestattet. Ausserdem wurde darauf verzichtet, jede Wohnung mit einem eigenen Waschturm auszustatten. Stattdessen stehen den Bewohnenden nun mehrere gemeinschaftliche «Waschsalons» in der Siedlung zur Verfügung.


Links: Waschen als gemeinschaftsbildende Massnahme. Rechts: E-Ladestationen in der Tiefgarage

Siedlungscoach inklusive.
Im Ersatzneubau Klosterbrühl werden dereinst rund 500 Menschen miteinander leben. Auch aus diesem Grund wurde Nicole Barandun als Siedlungscoach mandatiert. Über den Zeitraum von zwei Jahren begleitet sie die Bewohnenden und berät die Genossenschaft. Sie organisiert Begrüssungsapéros, an denen sich bisherige und neue Bewohnende kennenlernen können, und sie informiert an diesen Anlässen über die Nutzungsmöglichkeiten der gemeinschaftlichen Innen- und Aussenräume. Auch werden in dieser Zeit jene Bewohnenden, die sich freiwillig für die Siedlung engagieren, regelmässig im Gemeinschaftsraum bekocht. Gut möglich, dass diese Essen eine Eigendynamik entwickeln.
Dem Coaching zur Seite steht die von Wohnbaugenossenschaften entwickelte SiedlungsApp FLINK, welche sich unter Genossenschafter:innen wachsender Beliebtheit erfreut. Dies dank eines internen Newsfeeds, einem Portal für Reparatur-Meldungen, einem Marktplatz, einer Agenda und weiteren nützlichen Features.

Beste Anbindungen an die weite Welt und an die Zukunft
Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist man ab Bahnhof Wettingen in 4 Minuten in Baden, in 25 Minuten am Zürcher HB und – wenn es einen in die Ferne zieht – in 35 Minuten am Flughafen. Und da in der Siedlung Klosterbrühl auch zahlreiche Familienwohnungen entstehen und in diesem freundlichen Umfeld zukünftig mit Nachwuchs zu rechnen ist, errichtete die Lägern Wohnen auch gleich einen Kindergarten für die Gemeinde Wettingen.


Aargauer und Zürcher Genossenschafter:innen genossen den Austausch über die Kantonsgrenzen hinweg.

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