Die neue Siedlung passt sich dem Ortsbild an. Samt dem auf 300 Metern Länge wieder freigelegten Dorfbach.
Die Baugenossenschaft Zentralstrasse (BGZ) und Wohnbaugenossenschaften Zürich luden am 7. Oktober 2022 zum Tag der offenen Tür in der neu erstellten Siedlung Ziegelei Lufingen ein. Mit dieser Siedlung wächst nicht nur die BGZ um rund 20 %, sondern auch Lufingen selbst. Bei diesen Dimensionen galt es also, sich massvoll ans Ortsbild anzupassen.
Lufingen liegt sieben Postauto-Minuten vom Flughafen Zürich und etwa 25 Minuten vom Zürcher Hauptbahnhof entfernt und doch mitten im Grünen, auf dem Land. Blickt man von der Haltestelle in die Richtung der neuen Siedlung, fällt erst einmal der Riegel kleiner Ziegelhäuschen auf, der zur stark befahrenen Zürcherstrasse hin als wirkungsvoller Lärmschutzwall dient und gleichzeitig «Estrich-Raum» für die Bewohnenden bietet. Dies ist nur eine von vielen intelligenten Lösungen, die die Baugenossenschaft Zentralstrasse hier realisiert hat.
Der BGZ-Präsident Theo Schaub begründete den erneuten Schritt der BGZ aufs Land damit, dass hier – im Gegensatz zur Stadt Zürich – noch Land zu erschwinglichen Preisen zu finden sei, was eine Grundvoraussetzung für den gemeinnützigen Wohnungsbau ist.
So kann die BGZ hier eine rund 100 m² grosse 4,5-Zimmer-Wohnung für rund CHF 2000 anbieten. Andererseits verändert eine Siedlung dieser Grösse – es werden bei der Fertigstellung der dritten Etappe Mitte 2023 rund 600 Menschen hier leben – eine Gemeinde wie Lufingen mit 2600 Einwohnerinnen und Einwohnern massgeblich. Deshalb wollte man dies mit aller Sorgfalt tun, so Theo Schaub weiter. Nebst 191 Wohnungen seien auch zwei Kinderhorte und eine Zahnarztpraxis untergebracht. Das Gewerbe im Dorf habe man aber nicht konkurrenzieren wollen, weshalb man sich bei der Erstellung von zusätzlichem Gewerberaum zurückgehalten habe. Die Gemeinde freue sich aber über die neuen, guten Steuerzahlenden und den neuen Schulweg durchs Quartier. Sie müsse nun allerdings auch drei zusätzliche Schulklassen führen.

Im renovierten Bauernhaus Bauernhaus sind zwei Kindergärten und ein Gemeinschaftsraum untergebracht, der Zahnarzt ist gleich nebenan.
Man habe die Siedlung Schritt für Schritt geplant, so die verantwortliche Architektin Veronika Harder. Bei der Grösse der Baukörper wurde sowohl die Typologie von Lufingen als auch die Topographie des Grundstücks berücksichtigt. Im Zuge dessen wurde auf einer Länge von rund 300 Metern mitten im Quartier eine Bachlandschaft wieder an die Oberfläche geholt, was dem Quartier zusätzlich Lebensqualität verleiht.
Auch betreffend Energieversorgung ist die Ziegelei Lufingen nachhaltig: Dank Luftwärmepumpen und Solarpanels auf den Dächern weist die Siedlung im Jahresmittel einen Selbstversorgungsgrad von 86 % auf. Ausserdem wurde bereits Raum für die zukünftige Energiespeicherlösung geschaffen. Zu den Mehrkosten, die beim nachhaltigen Bauen entstehen, meinte Veronika Harder: «Wenn man Ökonomie und Ökologie über längere Zeit betrachtet, werden sie deckungsgleich.»
Die Umsetzung dieses Projekts der Baugenossenschaft Zentralstrasse ist der beste Beweis dafür, dass sich Genossenschaften auch auf dem Land Wachstumschancen bieten und auch die Gemeinden davon profitieren.

Die leise Wärmepumpe versorgt die Siedlung mit Wärme und Warmwasser.